Lieferengpässe bei Medikamenten gab und gibt es immer wieder. Besonders betroffen waren Patienten, Ärzte und Apotheker im Sommer / Herbst letzten Jahres. Seitdem hat sich die Situation etwas entspannt, doch völlig behoben ist das Problem nicht.
Die Medikamente oben im Bild kommen einigen sicher bekannt vor - haben sie doch oft und lange darauf warten müssen.
Mittlerweile sind sie wieder verfügbar - dafür klemmt es in anderen Bereichen.
Warum überhaupt gibt es Lieferengpässe?
Lieferengpässe entstehen vor allem dadurch, weil viele Wirkstoffe aus KOSTENGRÜNDEN inzwischen nur noch von WENIGEN Unternehmen im AUSLAND produziert werden, insbesondere in Asien.
Fällt eine Produktion aus, hat das sofort Auswirkungen auf den weltweiten Arzneimittelmarkt und damit auf die Lieferfähigkeit der Medikamente.
Was sind die Ursachen?
Speziell in Deutschland sind Lieferengpässe bei Medikamenten auch auf die RABATTVERTRÄGE der Krankenkassen zurückzuführen:
Krankenkassen schreiben jedes Jahr Wirkstoffe aus und nur die GÜNSTIGSTEN Anbieter erhalten den Zuschlag.
Unternehmen, die den Zuschlag nicht bekommen, steigen daraufhin häufig komplett aus der Produktion aus, weil alles andere unwirtschaftlich wäre.
Konsequenz: Für den ausgeschriebenen Wirkstoff bleiben nur noch sehr, sehr wenige Hersteller (überwiegend in Asien) übrig. Mögliche Engpässe, zum Beispiel aufgrund von Produktionsfehlern oder während des Lockdowns, können dann nicht mehr aufgefangen werden.
Wie kann die Apotheke helfen?
Die Apotheke kann:
- ein wirkstoffgleiches Medikament beschaffen, wenn verfügbar
- mit einer anderen Dosierung arbeiten, wenn pharmazeutisch
zulässig. Anstelle einer verschriebenen Ibuprofen 800 mg
muss der Patient dann zwei Ibuprofen 400 mg einnehmen.
- den Arzt wegen eines neuen Rezeptes für einen anderen
Wirkstoff kontaktieren, so ein solcher verfügbar und
pharmazeutisch angezeigt ist.
- persönlich und individuell beraten und die Situation
erklären.
Was kann der Patient tun?
Patienten sollten:
- sich frühzeitig um Nachschub kümmern, wenn regelmäßig
Medikamente eingenommen werden. So bleibt Arzt und
Apotheke gegebenenfalls mehr Zeit, um eine passende
Alternative zu finden.
- den Lieferengpass auf jeden Fall der Krankenkasse melden.
- Politikerinnen und Politiker in den örtlichen
Wahlkreisbüros über die Missstände informieren -
z.B. über Facebook (etc.).
Wie könnte eine Lösung aussehen?
Das Thema ist in der Politik angekommen. Einige der geäußerten Ideen gehen in die richtige Richtung, z.B. die Verpflichtung der Gesetzlichen Krankenkassen, bei Rabattvertragsausschreibungen mindestens DREI Hersteller zu berücksichtigen.
Das gilt auch für den Vorschlag, Anreize dafür zu schaffen, Produktionen aus asiatischen Ländern zurück nach Europa zu verlegen.
Ein höchst sinnvoller Weg, wie wir jetzt in Corona Zeiten sehen.
Grundsätzlich gilt: Alleine 2019 haben die Gesetzlichen Krankenkassen durch die Rabattverträge mehr als 4 Milliarden Euro eingespart. Hinzu kamen Rücklagen der Gesetzlichen KK und des Gesundheitsfonds in Höhe von rund 31 Milliarden Euro.
Geld, das sinnvoll für die Patienten eingesetzt werden könnte - gerade jetzt.
Wir, als Apotheke tun unser Möglichstes um die gewünschten Medikamente zu besorgen. Und je mehr Vorlauf wir haben, umso einfacher und erfolgsträchtiger wird das Ganze für uns alle.
Deshalb gerne anrufen 0631-68111 oder unser Bestellformular nützen
https://www.petra-apotheke-kl.de/bestellung-lieferservice/
Herzlichen Dank fürs Lesen und einen entspannten Abend wünscht
Die Petra aus der Petra Apotheke.